Die vier grössten Fehler der Suchmaschinenoptimierung

ONLINE-MARKETING Suchmaschinenoptimierer versprechen oft ein besseres Ranking bei Google. Trotzdem begehen gerade sie regelmässig schwerwiegende Fehler beim Handling. Der nachfolgende Artikel zeigt die vier grössten Fehler auf und enthält Tipps, wie man es besser macht.

VON MATEO MEIER* UND CHRISTIAN WILD**

«Suchmaschine» heisst das Zauberwort des digitalen Marketings im 21. Jahrhundert. Mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) können Unternehmen Sichtbarkeit im World Wide Web gewinnen. Doch was bringt Firmen eine vordere Rangierung in der Trefferliste bei Google? Ganz einfach: Sie generieren in der Regel markant mehr Umsatz, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist und bei seiner Wahl fast immer die topplatzierten Firmen bevorzugt. Allerdings bestehen bei SEO gewisse Risiken, die oft dazu führen, dass die Unternehmenswebsite abgestraft und für eine längere Zeit aus dem Google-Index eliminiert wird. Anbei die vier grössten Fehler und praktische Hinweise zur Verbesserung:

1. Zu häufige Keywords
Viele Spezialisten erstellen Texte ausschliesslich für Suchmaschinen. Sie denken: Je häufiger ein Keyword genannt wird, desto eher wird der Text gefunden. So ergibt es sich leider, dass in einem einzigen Satz zum Beispiel fünf Mal das Wort «Golf» oder «Wunschfigur» vorkommt. Nicht nur für Linguisten ist dieses Vorgehen ein Graus … Wie viele Male sollten Schreibende ein Keyword optimalerweise in einem Text erwähnen und wiederholen? Die entsprechende Referenzzahl heisst Keyword-Dichte. Sie setzt die Anzahl Wörter eines Textes in Relation zur Anzahl Keywords, wobei stets eine Prozentangabe gesucht wird. Matt Cutts, Leiter des Webspam-Teams von Google, betont jedoch, dass es keine konkrete, immer geltende Prozentzahl gebe, nach der man sich richten könne; der Text müsse einfach organisch sein. Allerdings kann man aus Erfahrungswerten ableiten, dass ab einer Keyword-Dichte von zehn Prozent ein Text in der Regel als Spam betrachtet wird.

Tipps:
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Wenn die Texte wie Roboter daherkommen, funktioniert der anvisierte Effekt nicht, da Google die Texte verstehen muss. Deshalb die Texte für die Leser schreiben und nicht für die Suchmaschine.
- Einen Mehrwert für die Leser schaffen, indem man einzigartigen Inhalt («Unique Content») liefert.
- Die Artikel idealerweise von Leuten mit journalistischen Kenntnissen verfassen lassen.

2. Mit Linkkauf Toppositionen erschleichen
Google funktioniert wie Menschen; einzig, dass die Empfehlungen nicht von Mund zu Mund, sondern digital geschehen. Je mehr Empfehlungen in Form von Links generiert werden, desto höher ist das Ranking. Aus diesem Grund kaufen viele Website-Betreiber verweisende Links bei Linkfarmen ein. Früher brachte die Buchung von 100 «Directory Submissions», also Verlinkungen von Linkfarmen, innert Wochen eine schnelle Rankingverbesserung. Google wertet heute ein solches Verhalten jedoch als Verstoss gegen seine Richtlinien und straft die entsprechende Website ab, was das Ranking über Jahre negativ beeinflussen kann. Die Aufgabe einer seriösen Agentur ist es heute oft, Links zu entfernen, die eine eher negative Wirkung haben.

Tipp:
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Keine Links kaufen, sondern stets qualitativ hochstehenden Inhalt liefern. Wenn eine Website ein Erlebnis für die Leser darstellt, rankt sie auch gut.

3. Falsche Keyword-Auswahl
Entscheidend ist auch die Wahl der Keywords: So wird zum Beispiel die Website eines Gasthauses, für das nur das Short-Tale-Keyword «Hotel» ausgewählt worden ist, im Internet praktisch nicht gefunden. Hier bieten sich die viel spezifischeren Long-Tale-Keywords «4 Sterne Hotel Zürich» oder «Wellness Hotel Basel» an. Zudem sollte man als im Netz agierendes Unternehmen auch begriffsmässig stets den Blickwinkel offen halten: Wer zum Beispiel Butter vertreibt, sollte auch das in der Schweizer Mundart teilweise übliche Wort «Anke» oder die in Deutschland häufig gebrauchte Bezeichnung «Margarine» als Keywords an­geben.

Tipps:
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Long-Tail-Keywords verwenden.
- Sich selber fragen, was man im Netz eingeben würde, wenn man eine bestimmte Location oder ein konkretes Produkt sucht. Im Zweifelsfall lieber mehrere Begriffe verwenden; und zwar nicht nur Fachausdrücke, sondern stets auch beschreibende Begriffe.
- Nischen finden, die man praktisch alleine beackert, und entsprechend passende Keywords definieren.
-  Eine Agentur kontaktieren, die im Vorfeld mittels Analyse-Tools gründlich recherchiert, welches die passenden Keywords sind.

4. Trennung von PR und Suchmaschinenoptimierung
Viele PR-Agenturen kennen sich nur in ihrem Kerngeschäft aus und lassen Suchmaschinen aussen vor. Dabei ist seit Längerem klar, dass der Bereich Online-PR in Sachen SEO enorm hilfreich ist. Erstens freuen sich die Leser über neue, lehrreiche Artikel, geben Kommentare ab und teilen die Inhalte. Und zweitens bewerten Suchmaschinen diese Berichte positiv, was langfristig zu einem besseren Ranking führen kann.

Tipp:
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Aussagekräftige Artikel auch auf Online-Portalen und in sozialen Medien platzieren. Diese steigern den Bekanntheitsgrad, sind aktuell und verlinken auf die eigene Website.

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