The Future of Marketing

CONVERSION SUMMIT Am 4. September fand in Frankfurt der 5. Conversion Summit statt. Christoph Oggenfuss* berichtet, was die besten Marketers auf der Welt zu sagen hatten und was in den nächsten Jahren im Marketing überlebenswichtig sein wird. 

IMG_8586-Scott-BrinkerScott Brinker erläutert am Beispiel SCRUM eine agile Planungsmethode für’s Marketing.

André Morys, der Initiant des Conversion Summits rief in seiner Begrüssung den Teilnehmenden zu:

«Wer immer noch Buttons testet, ist selbst `dran schuld.»

Mit Bryan Eisenberg, dem Bestseller-Autor von «Waiting for your cat to bark», hat ein intimer Kenner von Amazon einige spannende Wachstumsprinzipien erläutert. In den vergangenen zwanzig Jahren ist Amazon vom (belächelten) online Buchhändler zum globalen Online-Händler mutiert, der zur ernsthaften Bedrohung von Walmart wird!

Interessant auch zu wissen, dass in den USA heute 30% des Onlinehandels bei Amazon stattfindet. Für dieses gigantische Wachstum über grundsätzlich einen Kanal gibt es kein simples Patentrezept. Es lohnt sich aber vier Prinzipien und drei Zielgrössen, die Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezos festgeschrieben hat und dogmatisch von seinen Mitarbeitern einfordert, genauer anzuschauen:

Prinzipien:
- Kundenzentrierung ist zentraler Leitgedanke
- kontinuierliche Optimierung als Grundhaltung
- Innovationskultur als Existenzberechtigung
- Unternehmens-Agilität zur Zukunfts-Sicherung

Zielgrössen:
Angebotsbreite: 7 Mal grösser als Mitbewerber
Preis: 5 bis 13% günstiger als top 5 Mitbewerber
Experience: 13% höherer Kundenzufriedenheits-Index

Zudem ist zu beachten, dass Amazon jährlich 6,5 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert. Im Vergleich dazu sind es bei Apple 4,5 Milliarden USD.

Wie sieht erfolgreiches Content-Management aus?
Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war Content-Management. Hier hat der Schwede John Ekman, einer der Content-Conversion Gurus, dargestellt welches die wichtigsten Blocker auf dem Weg zum Kauf sind.

Für Ekman ist die «Erfolgs-Mechanik» einfach. Content-Marketing ist eigentliches Inbound-Marketing und zwar dann, wenn folgende Aspekte in der Anwendung beachtet werden:

- Der kreierte und verteilte Content fokussiert auf Probleme und Herausforderungen der anvisierten Prospects
- Die Prospects suchen und finden den Content und besuchen die Website oder Facebook-Seite
- Hier können diese Prospects identifiziert und anschliessend in einen fortlaufenden Dialog eingebunden werden

Flexiblere Plaunung gefragt
In einem weiteren bemerkenswerten Beitrag von Scott Brinker, einem der top US-Marketing-Technologists, wurde deutlich, dass Marketeers heute immer noch mit dem wasserfallähnlichen Arbeitsmodell arbeiten, das dann im klassischen Jahresmarketing-Plan mündet. Er argumentiert meines Erachtens zu Recht, dass die Unberechenbarkeit der heutigen Zeit einen viel agileren Zugang zum Marketing-Management und insbesondere zur Marketing–Planung verlangen.

Seine Empfehlung ist die in der Software-Entwicklung erprobte SCRUM-Methode bei der Planung im Marketing anzuwenden. Spannend bei diesem Gedanken ist, dass die Anwendung dieser Methode im Marketing der Kooperation und dem gegenseitigen Verständnis von Marketing und IT helfen würde. Die beiden Funktionen werden durch die galoppierende Digitalisierung (Mobile, Social, Big Data, Cloud) ohnehin weiter zusammenrücken oder sogar eines Tages verschmelzen…

«Conversion-Optimierung» noch nicht in der Schweiz angekommen
Der 5. Conversion Summit hat einmal mehr gehalten was er versprochen hat. Top Speakers, relevanter Content, eine coole Location, gute Organisation und Moderation durch den Gründer André Morys von webarts.

Die mit 300 Teilnehmenden wiederum voll ausgebuchte Veranstaltung konnte gerade fünf Teilnehmer aus der Schweiz anlocken – zwei davon waren Pressevertreter. Zu meinem Bedauern und Erstaunen muss ich feststellen, dass mein letztjähriger Konferenzbericht beschränkten Wiederhall ausgelöst hat.

Genau vor einem Jahr habe ich geschrieben, dass das hochrelevante (Online-) Marketing-Thema «Conversion-Optimierung» den Weg in die Schweiz noch nicht gefunden hat. Weiter habe ich ausgeführt: «Schleusen auf für dieses relevante Thema in der Schweiz. Die Losung für uns Marketeers heisst also: Von Traffic zu Conversion»

Wie sich die Abstinenz der Schweizer Marketeers von diesem Thema erklären lässt und warum die Schweiz auch dieses Jahr so dünn vertreten war weiss ich nicht.

Noch ist es nicht zu spät – das Thema ist heiss und relevant wie die vielen diesjährigen Referate gezeigt haben und der Conversion Summit 2015 in Frankfurt kommt bestimmt. Als Incentive offeriere ich den anreisenden Schweizer Marketeers am Vorabend ein Bier in einer Kneipe in Frankfurt!

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