Vier Tipps zum Rebranding der Zukunft

REBRANDING Die Designexperten von 99designs nennen vier Aspekte, die für die graphische Gestaltung in diesem Jahr richtungsweisend sein werden.

Immer auf dem neuesten Stand zu sein, ist nicht nur eine Floskel, sondern ein entscheidender Faktor, um als Unternehmen langfristig erfolgreich zu bleiben. Dementsprechend überrascht es nicht, dass 2015 wieder viele Unternehmen ein Rebranding vorgenommen haben. Dabei ging es vor allem darum, das Design auf seine Skalierbarkeit, Farbwahl und Flexibilität mit Blick auf seine Anwendungsmöglichkeiten im Web zu prüfen.

1. Anpassbarkeit

Bsp. Anpassbarkeit_Sonos _flexible identity_ by Bruce Mau Design

Da immer mehr Unternehmen ihre Communities sowie die Individualität ihrer Mitglieder in den Vordergrund stellen, müssen die Logos und Marken dynamischer werden, um dem gerecht werden zu können. Dies verlangt ihnen ein großes Maß an Flexibilität bei der Unternehmensdarstellung ab.

Der Lautsprecherhersteller Sonos ist das beste Beispiel dafür, wie man mit seinem Brand – bestehend aus einem dreiteiligen Wortmarkensystem, einem Verlauf sowie einem Op-Art-Highlight – die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Die Marke hat mit diesen Modulen eine Vielzahl kreativer Anknüpfungspunkte geschaffen. Die hellen Farben und Muster sind wie geschaffen dafür, die Vielfalt von Musik zu transportieren und ein lebendiges Gefühl zu vermitteln.

2. Geometrische, serifenlose Schriften

Bsp. serifenlos_Dropbox and Facebook switched to circular letter in 2015

Von Facebook über Dropbox bis Google – Unternehmen haben mit dem geometrischen Stil gespielt und damit den verdichteten Tech-Look überwunden, um ein persönlicheres und freundlicheres Logo zu präsentieren. Mit diesen Änderungen hatten es die Unternehmen jedoch nicht nur auf das Erscheinungsbild abgesehen: Geometrische Schriften skalieren und wirken besser, sogar auf sehr kleinem Raum. So lässt sich das „G“ von Google perfekt in Kästchen beziehungsweise Quadrate einpassen und eignet sich damit optimal für Avatare, Favicons („favorite icon“, engl. für Favoriten-Symbol) oder Profilfotos in den Social Media.

3. Mehr Persönlichkeit

Bsp. Persönlichkeit_Visit Dublin's new branding and ads (via Under Consideration)

Die Tourismusbranche löste 2015 eine Renaissance aus, indem sie auf verspielte, ansprechende Logos setzte, die die Persönlichkeit eines Ortes erkennen lassen. Auf der ganzen Welt hat die Branche hart daran gearbeitet, dass sich die Destinationen mit individuellen Designs eindeutig voneinander unterscheiden.

4. Cleanes Design

Bsp. Clean_WCS shrinks down with ease; IHOP's updates with a smile; Coors Light cleans up

Ausgehend von dem Flat-Design hat sich der Minimalismus entwickelt. Dieser hatte nicht nur 2015 einen entscheidenden Einfluss auf Rebrandings und Neukreationen, sondern wird auch 2016 eine maßgebliche Rolle spielen. Designer haben sich von dicken Schriften abgewandt und nutzen nun bevorzugt lockerere und dünnere Buchstabenformen. Logos wurden reduziert, überflüssige Symbole entfernt. Klare Wortmarken rangieren auf der Beliebtheitsskala von Unternehmen ganz weit oben.

Details, die die Lesbarkeit erschweren oder für Ablenkung sorgen, werden durch eine weiße Fläche ersetzt, um die Aufmerksamkeit auf den Markennamen zu lenken. Um ein ausgewogenes Verhältnis herzustellen, werden die Schriften vergrößert.

Wie auch bei geometrischen Darstellungen wirkt sich dies vor allem dann positiv aus, wenn ein Logo stark verkleinert wird, da auf diese Weise bei der mobilen Nutzung keine Details verloren gehen.

«Bei der Gestaltung eines neuen Logos wie auch bei einem Rebranding spielen heute nicht mehr nur persönliche Vorlieben eine Rolle. Die technischen Gegebenheiten und Nutzungsgewohnheiten der User sind viel wichtiger, denn nur wenn das Design da funktioniert, wo es abgerufen wird, wird es zum Eyecatcher und animiert die Kunden zum Kauf und/ oder zur Nutzung eines Produktes», sagt Marcos Gutiérrez Sanjuán, General Manager Europe von 99designs.

 

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  1. Martin Wetzel

    Ich verstehe nur nicht, wieso die tiefschürfenden Erkenntnisse spezifisch für 2016 richtungsweisend sein sollen. Überladene, zu detaillierte Logos gab’s schon immer. Die Metamorphose von Coors – deren Resultat auch noch stark an ein verbreitetes Süssgetränk erinnert – ist übrigens kaum als leuchtendes Beispiel geeignet. Könnte ein Techniker umgesetzt haben… nichts gegen Techniker.

    Martin Wetzel, sweetspot.marketing

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