Was ist Emoji-Marketing?

GEFÜHLSBILDER Die Smileys haben die Welt erobert. Visionäre sprechen von der Sprache der Zukunft und Teenager können kaum ohne sie. Vor einigen Tagen wurden neue im Whatsapp hinzugefügt und auch Facebook setzt nun auf die sogenannten Emojis. Wie ist es dazu gekommen und woher stammen diese Gefühlsbilder eigentlich?

Zu seinem bekannten «Like»-Button hat Facebook nun auch die Optionen «Love», «Wow», «Haha», «Traurig» und «Wütend» hinzugefügt, um einem Post noch mehr «Gefühle» zu verleihen. Denn bestimmte Beiträge, zum Beispiel ein Todesfall, können nicht mit einem «Like» kommentiert werden. Im beliebten Messanger-Dienst Whatsapp sind die Symbolbilder schon lange Alltag und aus diesem nicht mehr wegzudenken.

Woher kommen sie?
Emojis stammen aus Japan. Entwickelt wurden sie um 1999 von Shigetaka Kurita für die Handy-Plattform i-mode. Das Wort setzt sich aus dem Japanischen so zusammen: «e» für japanisch und «moji» für Bild. Im Herbst 2010 nahm das Unicode-Konsortium die Symbole in seine international genormte Zeichen-Palette auf. Seitdem gibt es kein Halten mehr.

Wieso wir sie lieben
Doch wieso benutzen wir diese Gefühlsbilder so gerne? Grundsätzlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte – so das Sprichwort. Mit Emojis ist es aber zusätzlich möglich, seine geschriebenen Sätze auf eine weitere Ebene zu gehen und dem Gesagten mehr Ausdruck zu verleihen. Mit den Symbolen können wir beispielsweise Ironie, Freude oder Trauer ohne Worte ausdrücken. Dieser non-verbale Faktor gibt den eigentlich unpersönlichen Nachrichten eine menschliche Note und suggeriert Nähe zwischen den vielleicht kilometerweit getrennten Chat-Partnern. Im Gegensatz zu den früher verbreiteten Smileys – beispielsweise :’( – sind die Emojis für jeden unmissverständlich.

Emojis verwenden wir falsch
Nicht ganz! Missverständnisse tauchen trotzdem in dieser «Sprache» auf – zumindest in ihrer Verwendung. Wir nutzen einige Emojis anders als ursprünglich gedacht. Die «müde Katze» zum Beispiel wird oft für Schrecken oder Schock eingesetzt. Das liegt natürlich nahe, denn tatsächlich ähnelt es dem ängstlichen Gesicht. In Wahrheit zeigt das Emoji jedoch keine ängstliche, sondern eine erschöpfte Katze. Ein weiteres Emojis, welches falsch eingesetz wird, ist das mit den weit aufgerissenen Augen. Viele nutzen es, um Ungläubigkeit zu suggerieren. Tatsächlich soll es aber für einen peinlichen Gesichtsausdruck stehen. Oder das Emoji, welches Dampf aus seiner Nase bläst. Für manche mag das Ärgernis bedeuten, doch eigentlich meint es Triumph.

 

Emoji-Marketing gibt es wirklich
In jüngster Zeit haben auch einige Unternehmen die Symbole für sich entdeckt: Die Automarke Chevrolet zum Beispiel versendete eine komplette Pressemitteilung in Emoji-Sprache. Oder der Literaturklassiker Mobi Dick, welcher neu übersetzt wurde – «Emoji Dick» so zu sagen. Und Sony Pictures Animation will demnächst sogar einen Kinofilm über oder mit Emojis produzieren – wie das genau aussehen soll, ist noch unklar.
Oreo ging noch einen Schritt weiter und machte vor, wie eine ganze Kampage mit Emojis aufgebaut werden kann:

 

 

Und auch Coca Cola sprang auf diesen Zug auf:

Diese sind Paradebeispiele, welche geschickt User Generated Content ins Spiel bringen. Sein prinzipieller Minimalismus ist es, welcher dem Emoji-Marketing aber ein beachtliches Potential beschert – insbesondere für kleine Budgets. Man benötigt nur einen Account und ein Gespür für die kreativen Einsatzmöglichkeiten.

(meg)

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